Impulse

www.talk-about.org

NACHGEDACHT

Liebe Gemeinde,

manchmal empfinde ich die Welt als „zu schnell“, machmal komme ich einfach nicht mit... Das liegt hoffentlich nicht am Alter, sondern an der Flut der Ereignisse, die sich teilweise überschlagen. UNO, NATO, EU, USA, internationaler Terroris­mus und in unserem Land Populismus und anstehender Bundestags-Wahlkampf.

Wissen Sie, was ich zur Zeit am liebsten anschaue? Tierfilme und Naturfilme, zuschauen, wie das Schneeglöckchen wieder wächst. Hauptsache, es geht ruhig und etwas langsamer zu.

Entspannung zu finden in der Hektik des Alltags ist ein Thema, was uns alle nicht loslässt. Die Suche nach Entspannung und nach der Mitte des eigenen Selbst. Nur wer in sich ruht und immer wieder seine Mitte findet, kann das Leben um sich herum einordnen. Wege dahin gibt es viele unterschiedliche. Die christliche Tradtion kennt Meditation und Kontemplation, Herzensgebete und vieles, was im Laufe der Zeit aus dem Bewußtsein herausfiel. Was heute eher Zulauf hat, sind die fernöstlichen Meditationstechniken. Yoga z.B. ist eine davon. Einer meiner Wege zur Ruhe zu finden, ist klassische Musik, eine Symphonie von Mendelssohn oder Brahms kann mich aus meiner realen Existenz hinausheben in die Sphären der reinen Entspannung und des inneren Friedens.

In unserer realen Welt bleibt das Wort „Frieden“ sicher die dringenste Aufgabe. Wichtig dabei: „Frie­den ist mehr als nur die Abwesenheit von Krieg“. Das Samenkorn „Friede“ wächst auf unserer Welt sehr langsam. Wa­rum? Gerechter Friede ist anstrengend. Das erfordert Arbeit und Schweiß, Einsatz, Entbehrung. „Das Gegenteil von Krieg ist nicht Frie­den, sondern Friedensar­beit“, wie es einmal jemand schön ausgedrückt hat. Akti­vität, nicht Passivität.

Frieden zwischen Menschen erfordert Vertrauen, Rück­sichtnahme und Kompromiss.

Frieden zwischen Ländern erfordert gerechten Handel und Austausch.

Frieden erfordert Leidensfä­higkeit, Mitleid und Sensibili­tät.

Frieden erfordert Brot für alle, genug Wasser für alle, genug Land für alle.

Frieden erfordert Mitsprache­rechte, Freiheit, Gleichheit und freie Meinungsäu­ßerung.

Frieden erfordert aufeinander zugehen, voneinander lernen und Voruteile abbauen.

Frieden erfordert hinschauen, nicht wegsehen.

Frieden erfordert so viel, was anstrengend ist, darum wächst das Sa­menkorn „Frie­den“ auch nicht so schnell.

Im April kommt nach dem Weihnachtsfest das nächste wirklich wichtige christliche Fest: Die Osterzeit.

Karfreitag und Ostersonntag, Kreuz und Auferstehung sind Symbole für Tod und neues Leben.

Auferste­hung ereignet sich für mich immer dann, wenn todbrin­gende Strukturen aufbrechen und gerech­tere Strukturen entstehen. Im Gro­ßen und im Kleinen. Wenn Kinder im einen Teil dieser Welt nicht mehr ver­hungern müssen, während im anderen Teil gleichzeitig überflüssige Lebensmittel vernichtet werden. Wenn Re­gierungen und Politiker end­lich lernen, global zu denken und zu handeln anstatt nur die eigene Macht und Apana­gen der Mächtigen im Blick zu haben.

Auferstehung und neues Leben ereignen sich aber auch dann, wenn zerstrittene Menschen wieder neu aufeinander zugehen und Wege für ein gemeinsames Miteinander suchen. Auch das ist Auferstehung.

Ostern ist Aufbruch in neues Leben, Aufbruch ins Ungewisse. Ostern ist Hoffnung wider alle Hoffnungslosigkeit. Der Glaube an Friede und Ver­söhnung ist gegründet im Glauben an den Gott, der Is­rael aus Ägypten in die Frei­heit geführt hat, der in Jesus Christus Mensch wurde und die Welt nicht dem Tod über­lies.

Auferstehung bedeutet Kampf für das Leben und gegen den Tod. Für ein Le­ben in Gerechtigkeit und Hoffnung für alle Menschen. Helfen wir mit, so weit wir es können, dieses Samenkorn Frieden und Hoffnung zu düngen und zu gießen, damit es zwar langsam, aber stetig wächst.

Vom inneren Frieden zum äußeren Frieden. Das wünsche ich uns allen!

Herzlichst Ihr

Michael Dürr

 

Aktuelles

Gottesdienste und Veranstaltungen

September 2019

weiter

Kirchenwahl 2019

Kirchenwahl 1

 


Demokratie in der Kirche,
Kirche gestalten, leben, verwalten ..

weiter

Anmeldung zum neuen Konfirmandenunterricht

Alle Jugendlichen, die im Jahr der Konfirmation (2020) in die achte Klasse gehen und das 14. Lebensjahr vollenden, können zur Konfirmation angemeldet werden

weiter

Angebote

Für Familien und Kinder in der Paulusgemeindefamilie

weiter

Öffnungszeiten des Pfarramtes:

Montag - Donnerstag:
9.00 - 12.00 Uhr

Telefon: 07221 50730
Evang. Kirchengemeinde Baden-Baden